Aus alt mach neu – aktuelle Wohnungsmarkt Trends in München

bayerische Gemütlichkeit

München gehört zu den teuersten und härtesten Wohnungsmärkten in Deutschland. Die Stadt sorgt mit gut bezahlten Jobs und einer hohen Lebensqualität für stetig hohe Zuwanderungszahlen. Der Neubau von erschwinglichen Wohnungen geht jedoch nur schleppend voran. Die Folgen sind seit Jahren förmlich explodierende Immobilienpreise und enorm hohe Mieten. Viele Münchner können sich ihre Wohnung nicht mehr leisten und werden durch die hohen Kosten aus der Stadt vertrieben. Die Nachfrage an Mietwohnungen bleibt aber bestehen.

BayernDie aktuelle Lage trieb am 15. September bereits bis zu 10.000 Demonstranten auf die Straßen. Unter dem Motto #ausspekuliert machten sie auf die hohen Mietpreise, die Spekulationen, die Luxussanierungen und die Wohnungsnot aufmerksam. Verschiedene Parteien und Gewerkschaften riefen zur Demonstration auf und wollen die Schaffung von neuem und vor allem bezahlbaren Wohnungen voranbringen.

In anderen deutschen Städten verhält es sich mit der Wohnungsnot zwar ähnlich, doch München liegt mit weiten Abstand auf dem ersten Platz. Die Tendenz der Immobilienpreise ist weiter steigend. Besonders betroffen sind hierbei Alleinstehende mit einem vergleichsweise niedrigen Einkommen. Dabei leben bis zu 50 Prozent der Einwohner in Großstädten in einem Singlehaushalt. In München fehlen hauptsächlich die kleinen Wohnungen bis 45 Quadratmeter. Dabei teilen sich oftmals selbst vierköpfige Familien aus Kostengründen nur 2 Zimmer. Nur ein geringer Anteil der Wohnungen bis 105 Quadratmeter ist mit einem mittleren Einkommen noch bezahlbar.

Käufer nutzen die Immobilien nicht selbst

Das Münchner Pflaster scheinen sich nur noch Reiche leisten zu können, wie es aus mehreren Immobilienberichten hervorgeht. Seit 2010 sind die Kaufpreise um etwa 60 Prozent gestiegen. Für ein einfaches Apartment von 70 m² und Platz in der Tiefgarage wird schnell eine halbe Million Euro fällig, wie das Magazin Capital im aktuellen Immobilien-Kompass veröffentlicht. Eine Eigentumswohnung in der Innenstadt kostet mit nur einem Zimmer oftmals bis zu 300.000 Euro. So ziehen hauptsächlich Mieter in die Stadt, denen solche Preise egal sind und für die das Geld eine untergeordnete Rolle spielt. Makler wundern sich nicht mehr, wenn die potenziellen Käufer vor dem Notartermin keinen Kreditvertrag mehr abschließen müssen. Sie zahlen das neue Wohneigentum einfach aus eigener Tasche. Verwunderlich ist jedoch das Alter der Interessenten, da viele Jungerben das 30. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

Einige der Immobilienkäufer nutzen das neue Eigentum aber nicht selbst, sondern sehen es als Kapitalanlage. Kein Wunder, bei der Tendenz der Wertsteigerung. Alte Wohnungen in einem sanierungsbedürftigen Zustand werden also aufgekauft, renoviert und damit enorm aufgewertet. Statt aber bezahlbare Wohnungen zu schaffen, kommt es zu extrem hohen Mietpreisen oder gar zu einem erneuten Verkauf zu einem entsprechend hohen Wert. Dabei würde sich für eine solche Sanierung sogar die Aufnahme eines Kredits lohnen. Wichtig hierbei ist ein Vertrag mit Zweckbindung, um günstigere Konditionen zu bekommen.

Die vielen Altbauwohnungen in der Münchener City werden damit zwar aufgehübscht, treiben den Mietpreis jedoch noch weiter in die Höhe. Schließlich ist ein Großteil der Häuser noch bewohnt. Vermieter müssen in diesem Fall über die geplanten Maßnahmen zur Modernisierung informieren und „die zu erwartende Mieterhöhung spätestens drei Monate vor ihrem Beginn schriftlich mitteilen“, wie die Rechtsexperten von anwalt.de bestätigen.

Menschen treibt es aufs Land

S-Bahn

Die echten Münchner fühlen sich schon lange aus ihrer attraktiven Stadt vertrieben. Bezahlbares Wohneigentum und etwas günstigere Mieten sind in den Vororten zu bekommen. Die Folge sind pendelnde Arbeitnehmer, die sogar aus entfernteren Landkreisen den Weg in den Münchner Raum auf sich nehmen. Die steigenden Mietpreise bringen deshalb immer mehr Verkehr in die Innenstadt. Geplant ist ein schneller Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, wie der Planungsverband München mitteilt. Genaue Ziele und Bauvorhaben sind allerdings noch nicht bekannt.

 

 

Bildquellen:

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