München und Berlin

Berlin und München – zwei Großstädte im Vergleich

Zwei der größten Städte Deutschlands zu vergleichen ist wie der Vergleich von Äpfel und Birnen! Jede Stadt in Deutschland hat ihre eigene Geschichte, ihr individuelles Gesicht und ihre positiven Eigenschaften, die sie von anderen Städten hervorheben. Von daher kann man niemals pauschal sagen, ob eine Stadt schöner oder prachtvoller ist! Und ob sich jemand in der jeweiligen Stadt wohlfühlt, hängt natürlich auch von seinen Bedürfnissen und Wünschen ab. Es gibt Menschen, die einfach weg vom Stress wegkommen und andere blühen regelrecht auf, wenn draußen Lärm ist und das Leben sich auf den Straßen abspielt. Friedhofstimmung herrscht in beiden Städten durchaus in einigen Stadtteilen. Doch als ganze Stadt gesehen bieten die beiden Städte durchaus ihre Vorzüge. Deshalb wage ich mich mal an einen kleinen Vergleich der beiden Städte. Natürlich soll kein Fazit gezogen werden, welche Stadt denn nun besser ist. Doch die charakteristischen Merkmale sollen dennoch hervorgehoben werden.

Vergleich zweier unterschiedlicher Städte

Mieten und Wohnflächen

Die Mieten in einigen Stadtteilen in München sind teilweise mehr als doppelt so teuer wie der bundesweite Durchschnitt. Und so ist es wenig verwunderlich, dass in Gegenden wie die Altstadt, in zentralen Lagen wie Lehel, Maxvorstadt der Quadratmeterpreis über 20 Euro liegt. Kleine WG Zimmer kosten selten unter 400 Euro. 2-Zimmer Wohnungen unter 1000 findet man kaum und eine Single-Wohnung  für unter 550 Euro zu bekommen wird wohl ein Ding der Unmöglichkeit, wenn die Wohnung in einer relativ guten Lage sich befinden soll und keine Bruchbude zu erwarten wird.

Und Berlin? Da reibt man sich fast die Augen, wenn man sich den Durchschnittspreis in der deutschen Hauptstadt ansieht. In vielen Stadtteilen liegt der Durchschnittspreis unter 10 Euro pro Quadratmeter. Eine Single-Wohnung kriegt man unter Umständen für die Hälfte des Durchschnittspreises eines Münchner WG-Zimmers. Das ist allerdings nur ein positiver Schein: Trotz gesetzlich geregelter Mietpreisbremse steigen die Mieten weiter an und der verstärkten Nachfrage nach Wohnraum steht ein geringeres Angebot gegenüber, speziell bei Wohnungen mit kleinen Flächen. Bei einer hohen Zuwanderungsrate an jungen Leuten (Berlin hat mehr als 150000 Studenten) wird die Suche trotz scheinbar geringer Mietpreise extrem zeitaufwändig!

Der Arbeitsmarkt in beiden Städten

Wer nach attraktiven Jobs sucht, wir in beiden Städten sehr schnell fündig werden. Berlin hat nicht nur einen attraktiven Stellenmarkt (vgl. z.B. berliner-jobanzeiger.de ), sondern gilt auch als Hauptstadt der Startups und ist auch in Europa einer der beliebtesten Standorte für Gründer. Diese kommen nicht nur aus Deutschland, sondern teilweise aus anderen Wirtschaftsstandorten wie London, die nach dem Brexit in dem weitaus günstigeren Berlin einen attraktiven Standort ausgesucht haben.

München ist branchenübergreifend in allen Branchen gut vertreten. Neben bekannten Großunternehmen wie BMW, Siemens, Max-Planck-Gesellschaft, MAN sind hier viele mittelständische und kleine Unternehmen präsent. Die Arbeitslosenquote liegt in der bayrischen Landeshauptstadt bei rund 4% (Stand August 2017 laut Bundesaugentur für Arbeit) . Das liegt unter dem bundesweiten Schnitt von 5,7%.

Multikulturelle Ausprägung

Menschen in München

München ist auch aufgrund seiner Lage in Europa und seiner Nähe zu benachbarten EU Ländern sehr multikulturell ausgerichtet. Wenig überraschend dürfte es sein, dass die Türken mit mehr als 40000 Einwohnern am stärksten ausgeprägt sind. Dahinter folgen die Kroaten, Griechen und die Italiener. Für die Vietnamesen (Ursprungsland meiner Eltern) vielleicht auch interessant: knapp 5000 Vietnamesen leben hier in München und sie verteilen sich kreuz und quer über alle Stadtteile, insbesondere Ramersdorf und im Norden in den Stadtteilen Milbertshofen bis Am Hart.

Dance Performance in Berlin

Berlin hat auch aufgrund seiner Lage und seiner Geschichte eine andere Bevölkerungsentwicklung! Mit knapp 100000 Einwohnern besetzen die Türken auch hier den Platz an der Sonne der registrierten Ausländer. Auch wegen der früheren Besatzungszonen nicht zu verachten: Russland (20000 Einwohner), Frankreich (17000 Einwohner), USA (15000 Einwohner) und das Vereinige Königeich von Großbritannien (rund 14000 Einwohner) sind zahlenmäßig sehr stark vertreten. Die Vietnamesen gehören mit 14000 Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Einwohnern der Hauptstadt.

Regionale Küche

Da läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn man an die Küche aus Bayern denkt. Schweinsbraten, Knödel, Schweinshaxe, Sauerkraut, Brezeln, Weißwurst, Obazda  und ein frisches Bier aus Bayern – da schlägt das Herz doch höher. In Sachen Imbiss wurden in den letzten Jahren interessante Konzepte auf die Beine gestellt. Das Ringlers in München ist eine Institution. Aber unbedingt zu besuchen sind die zahlreichen bayrischen Gaststätten und Biergärten (bei schönem Wetter)!

Aber auch die Küche Berlins hat jede Menge zu bieten und da lasse ich mich auch nicht von  Currywurstnbuden an mehreren Orten blenden. Auch die Berliner Küche ist deftig und ziemlich lecker: Kasseler, Eisbein, Königsberger Klopse oder Bratkartoffeln sind nur einige der Lebensmittel, die hier zu nennen sind. Zu den beliebtesten Currywurstbuden in Berlin gehört das Curry 36 am Mehringdamm in Kreuzberg und als Tourist sollte man zumindest mal reingebissen haben!

Nightlife: Orte zum Ausgehen und Spaß haben

München bietet Oktoberfest, Biergärten, im Sommer Partylaune bei Grillfeuer am Flaucher, zahlreiche Bars, Kneipen und Clubs für jeden Geschmack. Die Clubs konzentrieren sich vor allem am Ostbahnhof in der Kultfabrik, am Maximiliansplatz (089 Bar, Rote Sonne, Call me Drella), entlang der Sonnenstraße (Milchbar, Harry Klein, Tor Club) durch das Sendlingertor Richtung Gärtnerplatz (Pimpernel, Yip Yab) sowie vereinzelt in Schwabing (vgl. http://www.muenchen.de/veranstaltungen/veranstaltungsorte-discos-und-clubs.html). Bars, Kneipen gibt es in mehreren Stadtteilen, wobei ich auch das Studentenviertel zum Ausgehen auch nicht schlecht finde.

In Berlin sind die Möglichkeiten schier unendlich groß. Auch wenn bestimmte Stadtteile wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain (darunter Berghain), Charlottenburg (Puro Sky Lounge) unzählige Clubs anbieten, so haben noch viele weitere Stadtteile eine Menge zu bieten, wenn es ums Nachtleben geh (vgl. auch http://www.berlin.de/clubs-und-party/). Über das Nachtleben zu schreiben würde den Rahmen hier ordentlich sprengen und in dieser Hinsicht ist Berlin auch eine Klasse für sich.

Zwei Weltstädte – fast unmöglicher Vergleich

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, welche Stadt sein Favorit ist. Und natürlich kenne ich die Klischees, die man gegenüber der anderen Stadt hat. Doch um sich selbst ein Urteil zu bilden, sollte man vor Ort gewesen sein! Denn es ist auch hier natürlich schwierig eine neutrale Meinung zur jeweiligen Stadt zu bilden.

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